Novoz – Praxis für Psychotherapie Hamburg

Umgang mit Krisensituationen: Was tun bei Schulverweigerung, Essstörungen und Trauerfällen?

Als Eltern möchten Sie Ihr Kind bestmöglich unterstützen – gerade in schwierigen Lebensphasen. Krisensituationen wie Schulverweigerung, Essstörungen oder der Umgang mit Trauer sind oft emotional belastend und können Unsicherheit auslösen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind liebevoll begleiten können und wann professionelle Hilfe erforderlich ist.

Schulverweigerung – wenn der Schulweg zur großen Hürde wird

Wenn Ihr Kind sich weigert, zur Schule zu gehen, fühlen Sie sich vielleicht ratlos oder sogar hilflos. Schulverweigerung ist häufig ein Ausdruck von tieferliegenden Ängsten, Überforderung oder Konflikten – sei es in der Schule, im Freundeskreis oder zu Hause. Die renommierte Kinderpsychologin Prof. Dr. Brigitte Spreckelsen schreibt dazu:
„Schulverweigerung ist niemals einfach ‚Faulheit‘, sondern spiegelt oft die verzweifelte Suche eines Kindes nach Stabilität und Eigenbestimmung wider. Verständnis und Unterstützung sind wichtiger als Druck“ (Spreckelsen, 2017, S. 42).

Als Eltern können Sie Ihrem Kind Sicherheit vermitteln, indem Sie offen und ohne Vorwürfe zuhören. Gemeinsam mit Schule und gegebenenfalls einer erfahrenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin können individuelle Lösungen gefunden werden.

Essstörungen – wenn Essen zur Belastung wird

Essstörungen sind mehr als ein Essverhalten – sie sind Ausdruck seelischer Not und eines gestörten Verhältnisses zum eigenen Körper. Gerade Eltern erleben hier oft große Sorge um das Wohl ihres Kindes, verbunden mit Verzweiflung und Unsicherheit im Umgang damit. Prof. Dr. Thomas Fichter, Experte für Essstörungen, stellt klar:
„Essstörungen sind komplexe Erkrankungen, die eine ganzheitliche Behandlung erfordern. Die Mitarbeit und Unterstützung der Familie ist dabei ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg“ (Fichter, 2019, S. 105).

Als Eltern sollten Sie erste Anzeichen ernst nehmen, Ihr Kind liebevoll begleiten und frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Trauerfälle – gemeinsam durch schwere Zeiten gehen

Der Verlust einer nahestehenden Person trifft Kinder und Jugendliche tief. Trauer kann unterschiedlich erlebt werden: Manche ziehen sich zurück, andere zeigen Wut oder Verwirrung. Die Trauerforscherin Prof. Dr. Claudia Michels erklärt:
„Kinder brauchen in ihrer Trauer vor allem eine sichere Bindungsperson, die zuhört und ihre Gefühle annimmt. Rituale und offene Gespräche helfen dabei, den Schmerz zu verarbeiten“ (Michels, 2018, S. 77).

Seien Sie präsent, erlauben Sie Ihrem Kind alle Gefühle und scheuen Sie sich nicht, externe Unterstützung zu suchen, wenn die Trauer das Familienleben stark belastet.

Fazit für Eltern
Krisensituationen wie Schulverweigerung, Essstörungen oder Trauer fordern von Ihnen als Eltern viel Kraft. Sie sind jedoch weder allein noch machtlos. Verständnis, Geduld und der Mut, sich Unterstützung zu holen, sind wichtige Schritte, um Ihr Kind durch diese Zeiten zu begleiten. Psychodynamische Therapie und enge Zusammenarbeit mit Schule und Fachkräften bieten einen tragfähigen Rahmen für Heilung und Entwicklung.

Wenn Sie Fragen haben oder eine Beratung wünschen, stehe ich Ihnen gern als erfahrene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin zur Seite. Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf.

Herzlichst,
E. Salmaier

Quellenverzeichnis

  • Fichter, T. (2019). Essstörungen: Diagnostik und Therapie (3. Aufl.). Springer.
  • Michels, C. (2018). Trauer bei Kindern und Jugendlichen (1. Aufl.). Hogrefe Verlag.
  • Spreckelsen, B. (2017). Kindliche Krisen verstehen (2. Aufl.). Beltz Verlag.
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