
Wenn Kinder und Jugendliche Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, macht sich das oft schnell im Schulalltag und zu Hause bemerkbar. Ihr Kind wirkt vielleicht schnell abgelenkt, erledigt Aufgaben nur langsam oder verliert schnell die Motivation. Als Eltern fragen Sie sich: Handelt es sich um eine vorübergehende Phase, um reine Konzentrationsschwierigkeiten – oder steckt möglicherweise ADHS dahinter?
Konzentrationsprobleme sind vielschichtig – nicht immer steckt ADHS dahinter
Konzentrationsschwierigkeiten können viele Ursachen haben. Sie können Zeichen von Überforderung, Stress, belastenden familiären oder schulischen Situationen, Ängsten oder auch anderen psychischen Problemen sein. Deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell auf eine Diagnose zu schließen.
Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort, renommierter Kinder- und Jugendpsychiater, stellt klar:
„Konzentration ist ein komplexer Prozess, der durch viele Faktoren beeinflusst wird. Nicht jede Unaufmerksamkeit ist ADHS – oft stecken ganz andere Belastungen hinter den Symptomen“ (Schulte-Markwort, 2019).
Woran können Sie als Eltern erkennen, ob ADHS vorliegen könnte?
ADHS zeichnet sich meist durch ein typisches Muster aus: Neben Konzentrationsproblemen treten oft auch eine ausgeprägte Impulsivität, motorische Unruhe und Schwierigkeiten im sozialen Miteinander auf. Kinder mit ADHS haben häufig Probleme, ihre Aufmerksamkeit über längere Zeit bewusst zu steuern, und zeigen deutlich mehr Verhaltensauffälligkeiten als bei „normalen“ Konzentrationsphasen.
Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) betont deshalb:
„Eine sorgfältige und umfassende Diagnostik ist notwendig, um ADHS von anderen Ursachen abzugrenzen und den passenden Unterstützungsweg zu finden“ (DGKJP, 2018).
Was können Sie als Eltern tun?
Beobachten Sie Ihr Kind aufmerksam und notieren Sie, wann und in welchen Situationen die Konzentrationsprobleme besonders stark sind. Achtung: Konzentrationsprobleme, die nur in bestimmten Situationen auftauchen (z. B. nur in der Schule oder wenn Stress besteht), können ein Hinweis auf äußere Belastungen oder Lernschwierigkeiten sein.
Versuchen Sie, Ihrem Kind einen strukturierten Tagesablauf mit festen Pausen, Rituale und eine möglichst stressfreie Umgebung zu schaffen. Gleichzeitig sollten Sie auf andere Auffälligkeiten wie starke Impulsivität, häufige Stimmungsschwankungen oder Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen achten.
Wenn Sie unsicher sind oder Ihr Kind über längere Zeit stark belastet ist, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine fundierte Diagnostik hilft, der Ursache auf den Grund zu gehen – egal ob ADHS oder andere Belastungen.
Russell A. Barkley, Experte auf dem Gebiet ADHS, fasst zusammen:
„Frühzeitige und umfassende Hilfe kann den weiteren Entwicklungsverlauf eines Kindes entscheidend verbessern“ (Barkley, 2014).
Fazit:
Konzentrationsprobleme bei Kindern und Jugendlichen können viele Ursachen haben – ADHS ist nur eine mögliche Diagnose. Für Eltern ist es wichtig, aufmerksam zu beobachten, ob zusätzlich andere Symptome auftreten, die auf ADHS hinweisen, oder ob äußere Belastungen im Spiel sind. Eine professionelle Abklärung bietet die Klarheit, die Sie brauchen, um Ihrem Kind gezielt zu helfen.
Sie wünschen sich Unterstützung?
Als erfahrene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit psychodynamischem Schwerpunkt begleite ich Familien einfühlsam bei der Abklärung von ADHS und anderen Ursachen von Konzentrationsproblemen. Gemeinsam finden wir heraus, was hinter dem Verhalten Ihres Kindes steckt, und entwickeln einen individuellen Weg, der Ihr Kind stärkt.
Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf – ich freue mich, Sie und Ihr Kind zu unterstützen.
Herzlichst,
E. Salmaier
Quellen:
- Schulte-Markwort, M. (2019). Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Springer-Verlag.
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) (2018). Leitlinie ADHS bei Kindern und Jugendlichen.
- Barkley, R. A. (2014). Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: A Handbook for Diagnosis and Treatment. Guilford Press.

